Wie man den passenden Freeride-Ski findet

Arjen

Freeride-Ski für Dummies

Freeride-Ski veränderten sich in den letzten zwanzig Jahren. Die Freeride-Ski von heute sind ganz anders als die Ski, mit denen man in den 90er Jahren oder sogar noch 2010 Powdern war. Damals gab es das Wort "Freeride" gar nicht. Es hieß nur „abseits der Piste“. Vor nicht allzu langer Zeit (ich bin alt) bin ich in Tignes auf Atomic ATCs in mehr als zwei Metern Neuschnee Ski gefahren. Die Breite unter dem Fuß war etwa 60 mm und hatte einen Radius von etwa 50 Metern. Rocker? Nun, den einzigen Rocker, den du gesehen hast, war als du geradeaus in einen Buckel gefahren bist. Salomon stellte die X-Scream-Serie vor, die mehr das Aussehen und das Gefühl eines Freeride-Skis hatte, aber immer noch nur 66 mm unter dem Fuß war. Die Pocket Rocket war dann der Ski, der wirklich "powder to the people" brachte. Viel breiter als normale Skier und daher viel mehr Auftrieb. Tiefschneefahren wurde einfach. Im Laufe der Jahre wurde das Angebot an Freeride-Ski um eine Vielzahl von Ski erweitert. Jede Marke hat eine komplette Serie mit verschiedenen Modellen. Ein Ski ideal für große Lines, der andere perfekt für zwischen den Bäumen. Es gibt so viel Auswahl. Die Frage ist also: Wie findest du die perfekten Freeride-Ski?

Was ist wirklich wichtig?

Am Ende ist es wichtig, dass der Ski den du wählst zu dir passt und deinen Erwartungen entspricht. Das ist bis jetzt nichts Neues. Du solltest einige Skier auf echtem Schnee testen, um wirklich ein gefühlt zu bekommen, wie die Ski fahren und sich in verschiedenen Schneebedingungen verhalten. Wir erklären, warum Sidecut, Breite, Rocker und Vorspannung bei der Auswahl eines Ski entscheidend sind. Und du solltest den Ski wirklich "fühlen". Das klingt fast philosophisch (ist es auch), aber obwohl Spezifikationen wirklich wichtig sind, solltest du deinem Ski zu jeder Zeit vertrauen können. Aber lasst uns über die konkreteren Dinge reden!

Ist fetter wirklich besser?

Es gab eine Zeit, die den Anschein hatte, dass die Ski jede Saison dicker wurden (also: breiter). Das wurde als Fortschritt bezeichnet. Fetter ist jedoch nicht immer besser. Die Faustregel ist einfach: Je dicker der Ski unter dem Fuß, desto mehr schwimmst du auf. Aber ein zu breiter Ski sollte Kompromisse eingehen. Denke an Steifheit, Rebound, Sidecut, Schwungwechsel, all diese Sachen. Ski, die breiter als 115 mm an der Bindung sind, eignen sich wirklich nur an Tagen, an denen es ultra tief ist.

  • Alles bis zu 85 mm: ideal für die Pisten
  • 85 mm - 95/100 mm: All Mountain Ski
  • 95/100 - 115 mm: Freeride / Powder Ski
  • Alles über 115 mm: tiefe, tiefe Tage

Natürlich können wir diese Liste stundenlang besprechen, doch die Tatsache ist, dass fast jeder der Meinung ist, dass der ultimative Einer-für-Alles-Ski in der 95/100 - 115 mm Kategorie liegt.

Wie sieht es mit dem Sidecut eines Ski aus?

Diese langen Pommes aus den Neunzigern hatten einen Sidecut von etwa 50 bis 60 Metern. Ein reiner Slalom-Ski hat heute einen Sidecut von rund elf Metern. Man kann mit den Skiern wirklich schöne, kurze Kurven fahren. Freeride-Ski haben jedoch einen Sidecut, der höher ist als normale Ski, die auf Pisten verwendet werden. Das macht Sinn, weil ein niedriger Sidecut nicht wirklich hilft, wenn man im Tiefschnee fährt. Ehrlich gesagt, es ist ziemlich nervig, wenn der Schnee hart ist. Die meisten Freeride-Skier haben einen Sidecut von über 20 Metern.

Was ist mit der Vorspannung?

Die Vorspannung ist so alt wie das Skifahren selbst. Stelle deine Skier flach auf den Boden und du wirst sehen, dass die Spitze und der Hintere teil auf den Boden aufliegt, in der Mitte bildet sich ein kleiner Bogen. Das ist Vorspannung. Wenn du Ski fährst, verlagert sich die Wölbung nach unten, sodass die Kanten auf den Schnee treffen und der Sidecut des Skis hilft dir dann bei der Drehung. Nach dem Schwung, ist der Druck für eine kurze Zeit weg und der Ski "hüpft" zurück in seine normale Form. Fast alle Freeride-Skis haben eine normale Vorspannung, dennoch gibt es viele Unterschiede. Zum Beispiel haben einige Modelle nur unterhalb der Bindung Vorspannung (diese Ski verhalten sich nicht so gut auf hartem Schnee, aber dafür sind sie super im Pulverschnee) oder manche haben das eine umgekehrte Vorspannung (zB K2 Hellbent). Dies wird als reverse Camber oder Full-Rocker bezeichnet.

Erfahre mehr über Rocker

Rocker ist eigentlich das Gegenteil von Vorspannung. Die Spitze und / oder das Hinterteil des Skis biegen sich früh nach oben. Dies bedeutet automatisch, dass der Ski weniger Vorspannung hat und der Ski weniger Kante für den Halt nutzt. Wenn man mit einem Ski der viel Rocker hat dreht, greift weniger Kante in den Schnee, als bei einem Ski mit wenig Rocker. Die Vorteile einer Vielzahl von Rocker Ski ist, dass der Ski wirklich einfach zu drehen ist und er hat allgemein mehr Auftrieb im Pulverschnee. Es wird wohl nicht überraschen, dass viele Ski heute eine Mischung aus Vorspannung und Rocker haben. Die vielseitigsten Skier haben ein Rocker-Camber-Rocker-Profil. Ein Ski mit viel Rocker und weniger Vorspannung ist ideal fürs Skifahren im Wald (besseres Gleiten und leichteres Wenden), aber wenn du große Lines und harten Schnee fahren willst, dann ist ein Ski mit weniger Rocker und mehr Vorspannung perfekt (mehr Stabilität und Kontrolle).

Was ist mit Konstruktion und Materialien?

Mehrere Materialschichten bestimmen wie spritzig dein Ski ist. Es gibt viele verschiedene Materialien in einem Ski, aber echte Qualität-Ski haben immer einen Holzkern. Dieses ist beständig, dynamisch und langlebig. Und natürlich gibt es verschiedene Holzarten. Bambus zum Beispiel ist stark, leicht und sehr lebendig. Das Holz wird in vertikalen Latten in den Ski eingearbeitet. Die Art des Holzes und seine Dicke bieten unterschiedliche Härtegrade. Buche und Pappelholz ist in der Regel etwas weicher und Eschen- und Kiefernholz ist etwas steifer. Andere Schichten werden hinzugefügt, um die Leistung zu verbessern, wie Carbon, Titan oder Glasfaser. Diese Materialien bieten zusätzliche Stabilität und Dämpfung. Verschiedene Elastomertypen werden ebenfalls häufig verwendet. Dies ist der Grundlegende Aufbau eines Ski. Klar, jeder hat seine eigenen Vorlieben, also, raus mit euch und auf zum Skitest, damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, was ein steifes Skiende für euch leistet, wenn ihr über eine Klippe springt.

Die Seiten des Skis, die sogenannte Seitenwand, ist auch wichtig für die Ski-Herstellung. Sie schützen den Kern des Skis gegen Stöße und Feuchtigkeit von außen und überträgt deine Energie direkt auf die Kanten. Die beiden bekanntesten Typen von Seitenwänden sind die Sandwich- und Capbauweise. Die Sandwich-Bauweise ist die älteste und beliebtere der Beiden. Die Seitenwand steht in einem Winkel von 90 Grad zur Basis (oder in einem kleinen Winkel, um Gewicht zu sparen), so dass die Konsequenzen, von Steinen und anderen Dingen, über die du auf dem Berg fahren könntest, geringer sind.

Wie sieht es mit der Länge aus?

Ein Freeride-Ski ist in der Regel länger als ein Ski für Pisten. Stabilität und Auftrieb sind sehr wichtig und ein längerer Ski bietet dir einfach mehr davon. Als Faustregel kannst du deine Körperhöhe beibehalten, aberjeder hat da andere Vorlieben. Manche wollen einen Ski etwas länger, andere etwas kürzer, auch abhängig davon, was man mit dem Ski vorhat. Lass dich nicht von langen Ski einschüchtern. Denke daran, dass wegen dem Rocker ein Teil des Skis den Schnee kaum berührt.

Viel Spaß dabei deinen Freeride-Ski auszusuchen. Natürlich hängt es letztlich von deinem Niveau, deiner Ausdauer und deinen Erwartungen ab, welcher Ski am besten zu dir passt.

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