ISPO 2017: Auf einen Ratsch bei B.A.M.

gmeampatrick

Letzte fand in München wieder die Sportmesse ISPO statt. Wir haben uns im bunten Getümmel, zwischen Innovation und ganz viel Unterhaltung für euch umgesehen und uns dort auch mit Hanna und Bambam von Bavarian Alpine Manifest, kurz B.A.M. unterhalten. Die von Vielen sehnlichst erwartete B.A.M. Pindung®, soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Warum die Bindung sogar leichter als viele Alpinbindungen ist und was in Punkto Aufstiegs-Performance und Fahrverhalten zu erwarten ist, lest ihr in diesem Artikel.

finaler Porototyp der Pindung®

Es gab wieder viel Neues auf der ISPO 2017. Inline-Skates haben jetzt wieder drei Rolle statt vier und von Freeride Legende Glen Plake haben wir erfahren, dass im Westen der USA gerade das goldene Zeitalter der Skibums herrscht. Noch nie wurde den Leuten dort so viel Geld für Schneeschaufeln gezahlt sagt er. Willi kam gleich ins Grübeln, ob er nicht für eine Weile sein Wohnmobil in den Alpen mit dem von jemanden in den USA tauschen sollte.

Willi und Glen Plake schnacken über Wohnmobilheizungen

Es gibt sie aber natürlich auf der ISPO, die wirklich innovativen Produkte. Eine Neuerscheinung, die schön länger von sich Reden macht wollten wir uns einmal ganz genau ansehen. Nach erfolgreicher Crowdfunding-Kampagne, tüfteln B.A.M. seit drei Jahren an ihrer Pindung®, die vorrausichtlich ab Herbst für 499.- Euro erhältlich sein wird. Wir haben uns mit Hanna und Bambam auf einen Ratsch verabredet, um mehr über ihre außergewöhnliche Bindung zu erfahren. Am Abend vorher wurde der frisch gegossene Prototyp fertig, um ihn erstmals auf der ISPO vorzustellen. Knapp 1,5 Kilo wiegt die Bindung. Wenn in der Serienproduktion noch verschiedene Gussteile durch Plastik ersetzt werden (übrigens werden alle 28 Plastik-Teile in Deutschland gegossen), dann rechnen die Entwickler mit einem Gewicht von ca. 1300 g. "So wenig?", fragte Willi und erntete ein Lächeln, denn vielen die zuvor fragten erschien das Gewicht wohl eher hoch. Um zu verstehen, warum das nicht so ist, lohnt es sich damit auseinanderzusetzen, was diese Bindung alles kann und warum gerade ihr als Freerider darüber erfreut sein werdet.

Bambam demonstriert das Prinzip der Pindung®

Welche Rolle spielt das Gewicht

Fangen wir mit dem Gewicht an. Die Pindung® soll um die 1300 g wiegen, die Look Pivot 14 wiegt im Vergleich 1094 g, die Marker Duke kommt auf 1432 g (Quelle). Die Pindung® vereint allerdings Vorzüge von Beiden und kann dazu noch deutlich mehr. Im Aufstiegsmodus funktioniert sie wie eine klassische Pin-Bindung. Ihr nutzt also die Vorteile einer leichten Tourenbindung, da ihr im Aufstieg nicht die komplette Bodenplatten anheben müsst, wie es bei der Duke, Baron oder auch der Fritschi Freeride der Fall ist. Warum fahren Freerider dann so selten eine 600 g leichte Dynafit Bindung? Ganz einfach, für die Abfahrt bevorzugen wir alle eine Stabile Bindung, die bei höherem Tempo, Drops, usw. verlässlich den Schuh am Ski hält, ohne sich über Fehlauslösungen Gedanken machen zu müssen.

Erkennt ihr den Unterschied?

Klassische Tourengeher mit ultraleichten Ski und Bindungen und dazu noch weichen, leichten Skischuhen ziehen zwar im Aufstieg schnell an euch vorbei, bei der Abfahrt sieht man jedoch welchen Preis das hat. Vergesst Hüftknick und Powderturns, ihr werdet euch fühlen als ob ihr mit Flipflops eine Düne runter rennt. Daher hat sich Bambam gedacht, er erfindet eine Pin-Bindung, die mit einem Griff zur stabilen Alpin-Bindung für die Abfahrt wird. Und da kommen auch die Vorzüge der Hinterbacken ins Spiel, den die sind ähnlich wie bei der Pivot-Bindung, frei beweglich. Damit hat man eine hohe Elastizität und ein sicheres Fahrgefühl bei der Abfahrt. Um den Einstieg zu erleichtern (das kann im tiefen Powder sehr wichtig sein) zentriert sich der Hinterbacken selbst. Wie das Prinzip der Pindung® funktioniert könnt ihr euch im Video oben ansehen.

Fakten zur Pindung®

  • vereint den Gehkomfort einer Pin-Bindung im Aufstieg mit der Sicherheit und Kraftübertragung einer Alpinbindung in der Abfahrt
  • elastischer lateraler Auslöseweg durch rotierender Drehteller hinten (vermeidet Fehlauslösungen), natürlich auch vertikal
  • zwei Steighilfestufen und Harscheisenaufnahme
  • Z-Wert an Vorder- und Hinterbacken einstellbar
  • niedrigere Standhöhe als bei z.B. Duke, Baron, oder Freeride
  • dank höhenverstellbarer Platte für Alpin- & Tourensohlen geeignet (1 Handgriff)
  • erwarteter Einführungspreis 499.- (vermutlich ab Herbst)
  • Feder im Vorderbacken längs statt quer (z.B. Duke) eingebaut. Vorteil: Z-Wert variiert nicht, egal ob Auslösung nach links oder rechts erfolgt

Wie geht's weiter?

Nach dem Prototyp-Bau steht jetzt die Zertifizierung an. Wenn alles wie gewünscht klappt, dann planen die Gründer ihr Baby bereits im Herbst (nach nur drei Jahren Entwicklung) auf dem Markt zu bringen. Wir halten euch auf dem Laufenden und freuen uns schon darauf euch den Erlkönig im Praxistest vorstellen zu können. Wir sind gespannt, ob sich die vielversprechende Mischung aus leichtem Aufsteigen und voller Kontrolle bei der Abfahrt so gut anfühlt, wie es sich jetzt bereits anhört und aussieht.

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