PA #12 Powder-Bericht aus St. Anton / Kappl

gmeampatrick

Es gibt diese Powdertage, da liegt man abends im Bett und fährt vor dem Einschlafen alles nochmal runter, die Bilder wollen und sollen einfach nicht aus dem Kopf. Gestern war so einer dieser Tage, der mir noch eine Weile in Erinnerung bleiben wird. Ja, die Sicht war schlecht, aber was soll's. Wenn der Schnee so kalt und pulvrig ist und noch dazu fast keine Freerider in St. Anton und Kappl unterwegs sind, dann muss man sein Glück zu schätzen wissen. PowderAlarm #12 hat geleifert, es war richtig tief und ausgesprochen entspannt am Arlberg und im Paznauntal.

Sicht meistens nur bist zur Goggle

Keine Spur von Powder-Stress

Viel Neuschnee, dicke Flocken die vom Himmel fallen und Arlberg bedeutet normalerweise jede Menge Powder-Stress. Doch statt einer Hundertschaft von Wintersportlern mit breiten Latten und Lawinenrucksäcken, die bereits um 8:30 Uhr vor dem Lift warten, standen um kurz nach neun lediglich ein paar Pistenskifahrer vor der Gondel. Aufgrund der Informationen aus dem Lagebericht haben wir uns entschieden am Rendl unser Glück zu versuchen und wurden nicht enttäuscht. Die erste Powderabfahrt war noch auf der Piste möglich, dann haben wir uns im Wald ausgetobt. Es war richtig tief, Steinkontakt kam nur sehr selten bis gar nicht vor, Äste und Zweige sind endgültig in der Schneedecke verschwunden. Wir konnten Abfahrt um Abfahrt genießen ohne dabei anzuhalten, denn das moderate Gefälle und große Abstände zwischen den Bäumen boten den perfekten Spielplatz um es krachen zu lassen.

Durch die wenigen Leute war selbst Mittags noch unzerpflügter Powder in Pistennähe zu finden. Die Hauptsaison ist seit letztem Wochenende vorbei und es wirkt fast so als hätte der Winter mit seinem Comeback nur darauf gewartet. Sandras Bericht aus den Hautes Alpes hat uns Vorgestern schon beeindruckt und Arjen hatte gestern sichtlich Spaß im Kleinwalsertal:

Steigende Temperaturen

Am frühen Nachmittag wurde der Schnee bereits spürbar wärmer und schwerer. Obwohl es immer noch unverspurte Flecken gab und alte Spuren konstant überschneit wurden, entschieden wir uns noch eine Variante in Kappl unter die Lupe zu nehmen. In Kappl lag aufgrund der Höhe nochmal deutlich mehr Schnee als in St. Anton, dass es so viel sein würde hatten wir jedoch nicht erwartet. Unsere Hoffnung auf bessere Sicht als am Arlberg wurde zwar teilweise erfüllt, doch durch die Triebschnee-Situation und die Gefahr von Fernauslösungen steiler Hänge war schnell klar, dass wir dort nicht einfahren.

Kappl stellte sich jedoch trotzdem als perfekt für den Nachmittag heraus. Der Schnee war eiskalt, hüfttief und wir waren mit die Einzigen, die das zu nutzen wussten. Trotz der Höhe gibt es in Kappl auch viele Möglichkeiten weniger steile Hänge zu befahren, die bei den gegebenen Bedingungen gut einschätzbar sind. Große Vorsicht, gute Absprachen und eine gewisse Portion Demut, sind jedoch gerade dann wichtig, wenn man selbst nachmittags ein ganzes Skigebiet mit unverspurtem Powder zu seinen Füßen hat. Wir hatten gestern ganz klar den bisher besten Tag der Saison, ohne Powder-Stress und großes Risiko.

Schwer zu erkennen: Anriss an kurzer Geländekante

Zunehmende Lawinenaktivität

Heute hängen die letzten Wolken in den Tälern, auf den Bergen strahlt die Sonne. Durch eiströmende warme Luft wird die Schneedecke instabil, die Lawinengefahr steigt deutlich. Lest den lokalen Lagebericht genau und passt eure Pläne an. Gestern kam es im ganzen Alpenraum zu Lawinenabgängen. Selbst an kleinen Geländekanten im Wald, an denen es für nur wenige Meter 35-40 Grad steil war, rutschte gestern der Schnee unter unseren Füßen. Auch wenn heute bei tollem Wetter die Verlockung groß ist, passt euer Verhalten den Bedingungen an und fahrt defensiv. Gefahrenstellen sind mit dem Auge unmöglich zu erkennen, Erfahrung, Wissen und Vernunft sind eure besten Begleiter.

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